Salontraum

Ein Salon. Mein Traum.

Ich habe einen Traum: Ich bin eine aufmerksame Gastgeberin in meinem eigenen Salon. Einem Ort, der sehr berührend und faszinierend ist, verstörend erinnerbar. Eingerichtet ganz im Stil der 30iger Jahre und nach den Maßgaben des Art Deko: Mit elegant geschwungen und handgearbeiteten Möbeln, dekorativen Lampen, Geschirren in klaren Formen und kostbaren Accessoires. Eine Hymne an die ordnende Harmonie in der Gestaltung der Gegenstände. Ein perfekter Platz für Individualisten, die sich gern niveauvoll austauschen, Geschäfte tätigen, Kunst und Kultur genießen, Zeitgeschehen beurteilen und überhaupt das Leben feiern möchten.

„Le superflu, chose la plus nécessaire.“ Das Überflüssige, das wir am nötigsten brauchen. Ein Satz, der eigentlich die Natur des Art Deko beschreibt, passt auch auf einen Aspekt in unserer heutigen Gesellschaft: Wir kommunizieren oft nur über das Notwendigste, vernachlässigen unsere Gedanken und verpassen es, das Leben zu lieben und vor allem zu leben. Wir vereinsamen in einer übervollen Welt. In meinem Salon möchte ich dies ändern. Hier ist ein kraftvoller Platz, der Raum gibt für genau diese Dinge.

Doch noch ist es noch ein aufregender Weg bis zumeinem eigenen Salon, dem „Salon Elodie“. Es ist ein langer Weg nach einem Ort, nach Gleichgesinnten, Investoren, Handwerkern, Künstlern ….

In der Zeit dieser Suche bewege ich mich an salongleichen Orten, vor allem in der Stadt Berlin. Ich greife nach den erinnerbaren Momenten, Berührungen und Ereignissen, Menschen. In meinem Blog schreibe ich dann über diese so vielfältige Welt. Ob Literaturkreis, Waschsalon, Fashion Lobby for a Weekend, Open Table – nicht immer steht das Wort Salon davor, aber immer sind es Zeugnisse unserer Kultur der Begegnungen.

 

Was ist ein Salon? Eine Definition von Èlodie

„Wir hatten eine so schöne Zeit!“ schwärmt Elsie de Wolfe in ihren Memoiren „After All“. Sie führte um 1900 in New York einen Salon, wie man es sich im Idealfall vorstellt. In ihren Räumen drängten sich jeden Sonntag, dem Jour fixe, Intellektuelle, Schauspieler, Politiker und Künstler auf der Durchreise, um sich über kulturelle Themen auszutauschen. … „Sie mixt Leute wie ein Cocktail“ schwärmte die Herzogin von Windsor über ihr Talent, die unterschiedlichsten Menschen zusammenzubringen. ….“heiss, heiss, HEISS“ müssen die Speisen serviert werden und Tischdekoration aus weißen Blumen „niedrig, niedrig, niedrig“ sein, um die Konversation der Gäste nicht zu behindern….. Auf die Frage nach dem Geheimrezept für eine gelungene Party antwortete sie mit einer einfachen Formel „Habe immer mehr Männer als Frauen da. … Und lade keine langweiligen Leute ein“

Heute sehe ich die Aufgabe eines guten Salons ähnlich: Der Salon ist die gesellige Bühne für die Begegnung von Menschen, die sich sonst aufgrund ihrer berufs- und persönlichkeitsspezifischen Unterschiede wahrscheinlich nie begegnet wären. Die Salondame lädt ein, knüpft Kontakte, regt Gespräche an und ist in jeder Weise eine vollendete Gastgeberin.

Doch ein weiterer Aspekt befördert die Renaissance des Salon: der aktive und vor allem persönliche Austausch von Menschen zu literarischen, philosophischen, gesellschaftlichen oder kulturellen Themen in einem privaten Rahmen hat eine hohe Anziehungskraft gegen den allseits umgebenden MainStream, gegen die Digitalisierung der Welt.

Lassen Sie uns also eine so schöne Zeit haben, gleichberechtigt und ergänzend zur Welt des anonymen Talk auf den bekannten Social Networking Plattformen.

Der Salon hat eine sehr lange Geschichte … weiterlesen … die um 1600 in Frankreich ihren Anfang nimmt. Wollte man zunächst nur in einer Art Gegenbewegung der Verrohung der Zivilisation nach den Hugenottenkriegen entgegentreten, waren die späteren Pariser Salons Ausdruck einer neuen Geselligkeit: Der alte Adel und der neue Amtsadel in den Städten schlossen sich zu einem neuen Gesellschaftsbündnis zusammen und zelebrierten ihre durch den erstarkenden Hof entstandenen politische Verluste unter anderen in neuen kulturellen Formen. Man kannte den literarischen Salon, die Prezisiösen, Musikalische Salons und Philosophische Salons. Der Austausch von Ideen ungeachtet gesellschaftlicher Schranken förderte damals die Ideen der Aufklärung und bereitete den Boden für die Französische Revolution. Und: Es waren in der Regel Frauen, die mit Intelligenz und weiblicher Klugheit einen eigenen Salon begründeten.

In Deutschland symbolisierten die Salons des 18. Jahrhunderts wiederum den Rückzug der Bürgerlichen ins Private, die Förderung von jungen Künstlern in Literatur und Musik stand im Vordergrund.

Die Salons um 1900 in New York, London, Paris und auch Berlin wurden vor allem von hoch gebildeten Frauen und vermögenden Adligen als Form der ungezwungenen Zusammenkünfte genutzt, um sich zu entfalten, Einfluss auf Politik und Kultur auszuüben und Literaten, Musikern ein Forum für ihre Werke zu geben.

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